Als Jägerstochter zeige ich euch heute, wie ihr auf recht einfache Weise einen schmackhaften Rehbraten zubereiten könnt. Wild gehört bei uns in der Lausitz einfach dazu und hat dank unserer großen Waldgebiete viel Platz und Freiraum zur Entfaltung.

Das Reh ist das häufigste Schalenwild – ein Begriff aus der Jägersprache, der alle Paarhufer vereint. Leider ist es auch das scheueste Tier unter ihnen. Es versteckt sich solange vor Gefahren, bis es fluchtartig aufspringt und wegrennt. So erliegt es leider immer wieder in Verkehrsunfällen.

Um das Gleichgewicht aus forst- und landwirtschaftlichen Interessen zu erhalten, wird Rehwild bejagt. Ziel ist es, die Population in Grenzen zu halten. Rehe lieben die Triebe junger Pflanzen, haben jährlich 1-2 Kitze und mit Ausnahme des Wolfs keine natürlichen Feinde.

In der Küche ist Rehfleisch eines der besten Sorten, das man in Deutschland erhalten kann. Als Wildtiere haben Rehe ein artgerechtes Leben in freier Natur und wachsen ohne Zusatzstoffe im Futter auf. Rehfleisch ist sehr fettarm, jedoch reich an Eiweiß, Eisen und B-Vitaminen.

Wenn ihr selbst einen Wildbraten zubereiten möchtet, erhaltet ihr das Fleisch bei vielen Direktvermarktern und Jägern vor Ort. Auf der Webseite www.wild-auf-wild.de gibt es dazu eine praktische Postleitzahlensuche.

 Zutaten

1 Rehkeule

Für die Marinade

200 ml Johannisbeersaft

500 ml Buttermilch

1 Lorbeerblatt

2 Nelken

4 Wacholderbeeren

125 ml Obstessig

100 ml Öl

Salz

2 Zwiebeln

1 Knoblauchzehe

Zum Braten

einige Scheiben Speck

1 Bund frisches Suppengemüse

Für die Sauce

100 g Schmand

2 EL Mehl

Salz

Preiselbeermarmelade

Zubereitung

Rehkeule marinieren

Die Rehkeule wird zuerst für 2-3 Tage in einer Marinade eingelegt, damit das Fleisch gut durchzieht und mürbe wird.

  1. Für die Marinade zerkleinerst du die Nelken, die Wacholderbeeren und das Lorbeerblatt in einem Mörser.
  2. Schäle Zwiebel und Knoblauch und schneide sie in kleine Würfel.
  3. Gib die zerkleinerten Gewürze sowie Zwiebel- und Knoblauchwürfel mit der Buttermilch, dem Öl, dem Johannisbeersaft und dem Essig in einen Topf und koche sie auf. Lass die Marinade dann abkühlen.
  4. Lege die Rehkeule in eine Schüssel, übergieße sie mit der Marinade und lass sie darin zugedeckt für 2-3 Tage ziehen. Wende sie in dieser Zeit etwa alle 8 Stunden.

Rehkeule braten

  1. Nimm die Rehkeule aus der Marinade und tupfe sie trocken.
  2. Salze das Fleisch leicht, spicke die Keule mit Speckscheiben und lege sie in einen Bräter.
  3. Putze das Suppengemüse, schneide es in Würfel und gib es mit 2-3 Tassen Marinade dazu.
  4. Gare die Rehkeule nun bei 190°C Ober- und Unterhitze für 2 Stunden im Backofen. Begieße sie dabei gelegentlich mit dem Sud, der sich im Bräter befindet.
  5. Wickle die Rehkeule nach der Garzeit in Alufolie ein und lass sie ruhen während du die Sauce zubereitest.

Sauce zubereiten

  1. Gib für die Sauce das mit gegartem Suppengemüse mit etwas Sud in einen Topf, fülle 150 ml Wasser hinzu und püriere es.
  2. Verrühre den Schmand mit dem Mehl und rühre ihn in die Sauce. Lass die Sauce einige Minuten köcheln und schmecke sie mit Salz und Preiselbeeren ab.

Rehbraten servieren

Schneide den Rehbraten in Scheiben. Serviere ihn überzogen mit Sauce zu Klößen oder Kroketten, reiche Butterbohnen und mit Preiselbeeren gefüllte Birnenhälften dazu.

Text: Jenny Böhme | Fotos: Jenny Böhme